Analyse bei Rankingproblemen
Gerade in 2012 hat Google die Zügel kräftig angezogen, kaum ein Quartal in dem nicht ein neues Update das sich gegen Webspam richtet das Licht der Welt erblickt hätte. Die Verunsicherung ist teils groß und selbst gestandene Profis neigen bei oberflächlicher Betrachtung dazu, Rankingprobleme falsch einzuordnen. Im folgenden eine Liste von Ursachen für Rankingprobleme, sowie mögliche Gegenmaßnahmen:
1. Penguin
Das wohl ausfsehenserregenste Update 2012, relativ gut an den jeweiligen Daten der Updates, die offiziell kommuniziert wurden, festzumachen. Typisch ist ein generelles Abrutschen der Seite, meist sehr heftig und irgendwo ins Nirvana. Ursache sind einseitige Linkstexte, v.a. zuviele typische Moneykeys, in Mischung mit vielen eher minderwertigen Links. Wirklich effektive Gegenmaßnahmen existieren bis dato keine, umso dramatischer für die Betroffenen. Möglicherweise hilft das Verwässern der einseitigen Anchortxte mit mehr Links, die aber nicht minderer Qualität sein sollten. Ändern existierender Links wirkt wenig natürlich, Schrottlinks zu bereinigen schadet aber sicher nicht, insbesondere wen für diese auch noch die problematischen exakten Moneykeys verwendet wurden. Algorithmusupdate, keine Penalty, keine Wiederaufnahmeantrag möglich. Erholung wenn erst zum nächsten Durchlauf möglich.
2. Panda
Hier stehen minderwertige Inhalte oder solche mit geringer Informationstiefe im Vordergrund, Betroffene werden ebenfalls mit einem generellen Abrutschen in den SERPs bestraft. Hier hilft es vor allem, Unterseiten mit eher mauen Inhalten komplett zu entfernen, denn diese können Panda auslösen, selbst wenn der Rest des Contents gut ist. Weniger, dafür in besserer Qualität, heißt die Zauberformal. Betroffen sind vor allem “Jack of all Trades” Seiten wie Artikelverzeichnisse, die viel Inhalt mit minimalem Wert und ausschweifenden Allgemeinplätzen enthalten, sowie eine Vielzahl an Themen bedienen. Gut identifizierbar, da an spezielle Update Daten gebunden. Algorithmusupdate, keine Penalty, keine Wiederaufnahmeantrag möglich. Erholung wenn erst zum nächsten Durchlauf möglich.
3. Unnatural Links Mitteilung und Penalty
Wer die Google Webmaster Tools nutzt, hat möglichweise eine blauen Brief von Google in den Benachrichtigungen. Je nach Schwere des Verstoßes gegen die Richtlinien wird entweder auf einzelne problematische Links die nicht genauer genannt werden hingewiesen, oder der Ton ist schärfer und es wird mitgeteilt, daß nach der Beseitigung der unnatürlichen Links ein Wiederaufnahmeantrag gestellt werden kann. Letzterer Hinweis wird meist gefolgt von einem Absturz der Domain binnen weniger Tage, insbesondere zu den Keywords für die unnatürliche Links zum Einsatz kamen. Longtail rankt die betroffene Seite meist trotzdem weiter relativ gut. Wer die wohl extrem lange Strafe nicht aussitzen will, kann nach Entfernung der toxischen Links einen Wiederaufnahmeantrag stellen. Alle Linkentfernungen sollten exakt dokumentiert werden, ein Job für einen SEO Profi. Erholung bei erfolgreichem Wiederaufnahmeantrag binnen weniger Tage, die gewissenhafte Entfernung der Problemlinks ist aber meist extrem aufwendig und kann leicht mehrere Wochen in Anspruch nehmen. Sollten im ersten Anlauf nicht alle unnatürlichen Links entfernt worden sein, wird der Wiederaufnahmeantrag abgeleht, Nachbesserung ist aber problemlos möglich, in der Praxis sind oft mehrere Anträge nötig.
4. EMD Update
Das Exact Match Domain Update, aktuell erst in den USA und UK aktiv, richtet sich gegen der Versuch mit der genau zu einem Keyword passenden Domain möglichst einfach gut zu ranken, insbesondere wenn die Seite eigentlich eher geringer Qualität ist. Nach ersten Analysen entgeht man der Abstrafung am ehesten, wenn die Seite selbst nicht allzu hart auf das entsprechende Keyword optimiert ist. Die in der Vergangenheit oft gängige Praxis, Suchbegriff im Titel, in den H-Tags, in den Alt Tags von Bildern, mit hoher Dichte im Text, erweist sich hier als Schuss ins Knie. EMDs wurden keinesfalls generell abgestraft, nur sollte man gerade bei solchen Domains eher zurückhaltend mit der Onpageoptimierung auf das Keyword in der Domain sein. Wie auch bei den Links gilt: Natürlich ist Trumpf.
5. Weitere mögliche Ursachen
Neben den erwähnten und vielbeachteten Algorithmusupdates und der neuen Penalty für unnatürliche Links gibt es eine Vielzahl von Filtern und weiteren Penalties. Wenn die Seite abseits der bekannten Daten für Panda und Penguin, sowie ohne Nachricht in den Webmastertools, plötzlich signifikant schlechter rankt, sind aber nicht immer Strafen oder Filter schuld. Ein falscher Noindex Tag, weggefallene Links, Auslaufen des sog. Newbie-Bonus der neue Seiten eine Zeit lang im Ranking bevorzugt, häufige Serverausfälle, die Latte der möglichen Ursachen lang.
Teils können auch mehrere Faktoren gleichzeitig zum Absturz führen. Hier sollte man sich an eine erfahrene Agentur wie uns wenden, denn eine gewissenhafte Analyse muss viele Faktoren berücksichtigen: Prüfung der Seite selbst, Prüfung historischer Rankingdaten, Analyse des Backlinksprofils, Analyse des zeitlichen Verlaufs des Linkaufbaus, nur wer wirklich alle möglichen Ursachen prüft kann das Problem zuverlässig bestimmen und Gegenmaßnahmen einleiten, soweit möglich und wirtschaftlich sinnvoll.
Finger weg von Schnellschüssen, wer nicht 100% sicher ist, wo das Problem liegt, kann den Karren mit falschen oder vorweiligen Maßnahmen noch tiefer in den Dreck fahren. Nichts zu unternehmen ist meist keine Lösung, aber etwa wildes Ändern und Entfernen von Links, oder komplettes Einstellen des Linkaufbaus, in der Hoffnung Google zu besänftigen, ebensowenig.






