Das Google Pinguin Update
Wer in den letzten Tagen auf bekannten Fachforen unterwegs ist, dem wird nicht entgangen sein, daß es momentan eigentlich nur ein Thema gibt, nämlich das neuste Webspam Algorithmus Update das auf den Namen “Pinguin” hört. Die Auswirkungen waren aber beileibe nicht so putzig, wie dar Namenspate vermuten lassen würde. Laut offizieller Stellungname von Google sind 3% aller Suchanfragen betroffen, wobei hier wohl eher die Top 3% der meistgesuchten Begriffe gemeint sind, denn die Auswirkungen weltweit sind immens.
In einigen Bereichen ist keine einzige Seite die vorher in den Top 10 rankte noch auf der ersten Suchergebnisseite zu finden, selbst größere Projekte mußten teils Ranking- und Sichtberkeitsverluste jenseits der 80% hinnehmen. Seit dem Florida Update, das fast ein Jahrzehnt zurückliegt, gab es keine derart großen Veränderungen in den SERPs. Viele sprechen von einem schwarzen Mittwoch, denn das am Dienstag abend in den USA live geschaltete Update erreiche Deutschland in den frühen Morgenstunden des 25.04.2012.

Erste Auswertungen zeigen vor allem folgendes:
- Viele Links wurden offenbar entwertet, insbesondere Seiten die viele Backlinks aus eher minderwertigen Blogs und Artikelverzeichnissen hatten, haben überdurchschnittlich verloren
- Seiten für die nie oder nur in geringem Maße Links aufgebaut wurden haben vollkommen unabhängig von Umfang oder Qualität der Seite hinzugewonnen
- Webseiten die primär auf sehr hochwertige Links gesetzt haben, haben auch bei aggressivem Linkaufbau kaum negative Auswirkungen zu spüren bekommen
- Seiten mit hoher Domain- und IP-Popularität haben hinzugewonnen, solange keine fragwürdigen Links im Übermaß zum Einsatz gekommen sind
- Seiten mit unnatürlicher Häufung von Keyword Links haben erdrutschartig Boden verloren, insbesondere Seiten mit sogenannten Exact Match Domainnamen, bei denen Hauptkeyword und Domainname identisch sind. Die wohl deutlichste Auswirkung des Updates.
- Internetauftritte mit sehr natürlichem Linkbild, vielen Brand Links, Links mit der URL und Backlinks im Stil von “hier klicken”, “mehr lesen” oder “diese Seite” haben zugelegt
- Affiliateseiten sind am stärksten betroffen, unabhängig von der Qualität der Inhalte und dem Gesamtumfang des Webauftritts
Fazit: SEO ist tot? Nein, aber mehr denn je gilt, daß bei Links Qualität mehr zählt als Quantität, auch wenn die Menge immer noch eine Rolle spielt. Gerade bei den Anchortexten ist viel Varianz gefragt, weniger Keyword Links, mehr Brandlinks, Verlinkungen mit der URL und unauffällige Linktexte. Einzig beim Content läßt sich zumindest bisher nicht bestätigen, daß Qualität belohnt wird und so bleibt zum jetzigen Zeitpunkt der fade Beigeschmack, daß der Pinguin eher ein Killerwal als ein friedliebendes Tierchen ist. Affiliates, noch nie besonders weit oben auf der Beliebheitsskala bei Google, müssen sich warm anziehen.

